Wednesday, December 13, 2006

Freunde finden

Ich moechte an dieser Stelle kurz meine neuen Freunde vorstellen.

Mein Freund mit dem langen Schwanz
Eigentlich nicht sonderlich spektakulaer, dafuer umso massenhafter im Auftreten. Wie immer gilt die Regel: Ich habe mehr Respekt vor ihm, als er vor mir.



Mein Freunde mit dem langen Hals
Der kam mir bekannt vor. Habe in einst in Brasilien am Schnorchelriff gesehen. "Was denn? Was denn? Was denn?"



Mein Freund mit den langen Armen
Staendig am Strand zu finden, auch Portuguese man-o'-war genannt. Dachte immer, die waeren toedlich - hier fuehlt man sich eher von ihr zu Tode gelangweilt, schliesslich ist auch nur von den Tentakeln Abstand zu halten und die werden auch maximal nur einen halben Meter lang. Kein Problem also. Aehnlich verhalte ich mich auch und ignoriere sie komplett. Kann mein erstes schmerzhaftes Zusammentreffen mit ihnen kaum abwarten.



Mein Freund mit der langen Nadel
Das ist mein Liebling und das Foto ist zugegebenermassen nicht von mir. Wurde gestern von meiner Mitbewohnerin aufgeklaert, dass der hier ueberall im Wasser lauert. Zu erkennen ist er an den lila Punkten. Die hat er allerdings nur selten, da er lieber die Farbe des Meeresbodens annimmt. Man kann ihn also eignetlich gar nicht sehen, spuert passend dazu aber auch seinen Stich nicht. Aergerlicherweise ist letzterer nach zwei Stunden toedlich. Chapeau!

Tuesday, December 12, 2006

Reisetipp

Wer eine Reise mit diesem Tourveranstalter plant, möchte sich bitte bei uns melden und von unterwegs berichten. Leider wurde ausgerechnet die reizvollste Tour (Irak) kurzfristig abgesagt. Aber es sind noch weitere angenehme Zielorte im Portfolio.

Friday, December 08, 2006

Wohnen in Sydney leicht gemacht (Epilog)

Nach Tagen der Qual die Erloesung in den Wohnungsanzeigen. Ich erwischte den kurzen Moment zwischen „new advertisement placed“ und „I’m sorry, actually I’ve already found someone else“, den Fallstrick des „female wanted“ auslassend.
Nichts ist mehr, wie es war. Aus der Verzweiflung der ersten Woche ist Erleichterung geworden. Der Anblick, der sich mir von nun an jeden Morgen bietet, zwingt mich immer wieder kurz zu verharren und zu geniessen.


Augen nach links
Augen geradeaus
Augen nach rechts

Wohnen in Sydney leicht gemacht II

Die Hauptsaison beginnt. Dies bedeutet mehr Nachfrage und folglich hoehere Preise - muss mich der freie Markt bis an dieses Ende der Welt verfolgen? Meine Suche schien sich somit einem unaufschiebbaren Ende entgegenzubewegen, denn da ich mein Budget nicht ueber die Massen strappazieren wollte, musste entsprechend der saisonalen Inflation die beanspruchte Qualitaet gesenkt werden.
So fand ich mich eines morgens in einem schwuelwarmen Zimmer am Bahnhof wieder, im Bett unter mir ein komplett bekleideter Mann fortgeschrittenen Alters eine Wodkafalsche wie einen Saeugling umarmend. In Muenchen waere er schon dreimal nach seinem Ausweis gefragt und ebenso oft und zurecht des Bahnhofes verwiesen worden. Hier dagegen scheint er gern gesehener Gast; kurzes Gespraech am naechsten Morgen.

“You’ve had a hard night?”
“No, why?”
“I’ve had the impression you were drunk.”
“No.”
“That was a bottle of vodka, you where holding the whole night, wasn’t it?”
“Yeah, but I didn’t drink in the room.”

Na dann...

Abhilfe muss geschaffen werden oder diese versuchte Auswanderung wird lediglich den Namen Ausflug verdienen.

(Anm. d. Red.: Evtl. chronologische Ungereimtheiten zu anderen Beitraegen sind zu entschuldigen.)

Saturday, December 02, 2006

Auf der Suche nach dem Paradies...

... habe ich mehr als 16 Stunden im Flugzeug verbracht, um den Ort der Erde zu erreichen, der gemeinhin als paradiesisch gilt. Das letztere haette mich eigentlich stutzig machen muessen. So kam ich erwartungsvoll nach Honolulu, in die Stadt mit der groessten Distanz zum Festland. Oder, anders ausgedrueckt: ich kam in die Stadt, die man nur mit Hilfe anderer wieder verlassen kann.
Obwohl Hawaii ein amerikanischer Staat ist, sollte man keinesfalls davon ausgehen, hier amerikanische Verhaeltnisse vorzufinden. Sicher, es gibt die ueblichen Fast Food-Ketten, jede Menge an Bequemlichkeit und ein gewisses "Take it easy"-Gefuehl. Und das gefaellt. Fuer einen begrenzten Zeitabschnitt. Nach ein paar Tagen merkt man aber schnell, dass die Menschen hier "anders" sind, was zunaechst wie ein Kompliment klingt. Ihre Lebensweise ergibt fuer mich oft keinen Sinn. Da traegt jedes Familienmitglied einschliesslich des zweijaehrigen Sohnes ausschliesslich Gucci, Guess und Co., aber einen grossen Esstisch mit Platz fuer alle gibt es nicht.
Ich lebe seit fast 2 Wochen bei einer winzigen alten Frau und weiss nun, was ein Messi-Haushalt bedeutet. Da wird nichts weggeworfen, sondern gesammelt, gestapelt, gehortet. Sie spuelt sogar die Pappbecher von McDonalds. Das klingt oekonomisch - ist es aber nicht, wenn man stets dieselben Sachen immer wieder neu kauft. Genauso wird beim Essen verfahren. Man warnte mich und meine Kollegen am ersten Tag in unserer Sprachschule davor, dass es ueblich sei, uebriggebliebenes Essen in den Folgetagen aufzuessen. Der Sinn der Warnung war mir zunaechst nicht klar, machen wir ja schliesslich auch. Nach fast zwei Wochen hier weiss ich allerdings die Warnung wirklich als Warnung zu verstehen! Noch heute wird mir Turkey von Thanksgiving angeboten... Das Absonderlichste dabei ist, dass jeden Tag NEU gekocht wird! Ich esse nur noch ausserhalb... Zumal es nicht sehr appetitanregend ist zu essen, waehrend zeitgleich eine Ameisenstrasse um den Teller herum von denselbigen angelegt wird. Die Ameisen und ihre vielen vier-, zehn- oder tausendbeinigen Freunde sind uebrigens der Grund, warum ich mich in meinem tristen Zimmer mit Neonroehre nie alleine fuehle. Ich vermute, dass ein Grund fuer ihr Eindringen die Essensreste sind. Die fensterscheibenlosen Fenster tun ihr Uebriges...
Natuerlich gibt es auch schoene Seiten an Hawaii: der Strand, das Meer, das Wetter, klar. Darin wurde ich wirklich nicht enttaeuscht. Und den Verzicht auf festes Schuhwerk weiss ich wahrlich zu schaetzen! Und meine Sichtweise der hiesigen Verhaeltnisse waere sicher eine andere, waere ich hier als japanischer Tourist in einem der zahlreichen Luxushotels abgestiegen... Und von denen, den japanischen Touristen, lasst Euch sagen, gibt es eine GANZE Menge!
Ob Hawaii das Paradies ist, entscheidet also allein der Blickwinkel.
Meine Suche ist noch nicht abgeschlossen...